Von Carsten Tritt
Irgendwann in vierzig Jahren, wenn Boris Becker Alterspräsident beim DTB sein wird, Claudia Schiffer nur noch Werbung für Kukident machen wird und kein Mensch mehr wissen wird, wer Verona Feldbusch und Rudolf Moshammer waren, werde ich meine vollbusige, 21jährige Krankenpflegerin Isabella bitten, meinen antiken DVD-Spieler zu entstauben, dann werden wir uns gemeinsam ins Bett kuscheln und uns eine schon längst vergessene deutsche Spielfilmobskurität mit dem Titel
666 – Traue keinem, mit dem du schläfst! angucken.
Ich gebe zu, wenn
666 heute im Kino läuft, wird er vielleicht gar nicht mal besonders auffallen. Ein »Faust«-Film im deutschen Komödienspiel, der in der ersten Hälfte von obskuren Gastauftritten Münchener Stars und Sternchen lebt, um im letzten Teil dann nur noch eine x-beliebige Verwechslungs-Liebeskomödie zu sein. Aber Rainer Matsutanis Film steht zu seiner Trivialität, und er beherrscht seine kleinen Albernheiten und niedliche Scherzchen mit Prominenten. Jan Josef Liefers unterhält in seiner Paraderolle als sympathischer Loser, Hans Zischler gibt den Herrn der Finsternis im Stile eines Mafiabosses, und Armin Rohde brilliert als Mephisto Jr., den er als wunderbar als Möchtegern-Gustav Gründgens anlegt.
Insgesamt macht der Film in seiner Bescheidenheit durchaus Spaß, ohne wirklich im Gedächnis zu bleiben – vielleicht mal abgesehen von Rohdes Auftritten. Ich werde mir
666 trotzdem nochmal anschauen, irgendwann in vierzig Jahren. Ich glaube, dieser Film wird mit der Zeit reifen wie eine gute Flasche Wein.