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KINO IM KOPF. Träume, Triebe und Täter im Film

Warum lachen wir im Kino und was bringt uns zum Weinen? Wie bedient sich Film psychischer Phänomene und Strukturen, um in uns die große Welt der Gefühle wachzurufen? Was passiert mit uns im dunklen Kinosaal? Diesen und ähnlichen Fragen geht die Ausstellung »KINO IM KOPF. Träume, Triebe und Täter im Film« ab 27. April 2008 in der Österreichischen Filmgalerie nach.

KINO IM KOPF widmet sich dem faszinierenden Spannungsfeld zwischen Film und Psychologie. In inszenierten Erlebnisräumen mit zahlreichen Filmausschnitten von der Frühzeit des Films bis zum Gegenwartskino wird die physische und psychische Wirkung des Mediums Film spürbar. Die bereits früh entstandenen, unabdingbaren Parallelen zwischen Kinematografie und Psychologie werden dokumentiert und veranschaulicht.

Die Ausstellung ist in drei Hauptkapitel gegliedert: Der PROLOG stellt entlang biografischer Stationen im Leben Sigmund Freuds erste Berührungspunkte von Kinematografie und Psychoanalyse vor. Die vielschichtigen BEZIEHUNGEN zwischen »Analytiker und Patient«, »Profiler und Psychopath« sowie »Leinwand und Zuschauer« bestimmen das zweite Kapitel der Ausstellung. Im dritten Ausstellungsbereich können BesucherInnen die psychischen PHÄNOMENE »Traum und Deutung«, »Verdrängung und Erinnerung«, »Rausch«, »Narzissmus und Identität« sowie »Schaulust« in ihrer filmischen Inszenierung erleben.

BesucherInnen können sich im Selbstversuch »auf die Couch« legen und sich die klassische Analyse-Situation vergegenwärtigen, im »Tränenkabinett« mit Hollywood-Melodramen ihre Emotionen erkunden, in filmische Welten von Traum- und Rauschsequenzen eintauchen, die seelischen Abgründe von Serienmördern ergründen oder sich der eigenen Schaulust filmisch hingeben.

Mehr als fünf Stunden Filmmaterial bildet das Fundament zur Ausstellung. Einzigartige psychoanalytische Dokumente, Drehbuchauszüge, Set-Fotos, Filmstills, Fotografien, Filmplakate sowie außergewöhnliche Exponate von Leihgebern aus Wien, Berlin und Los Angeles – u.a. die Storyboards zur Autokinoszene aus Hanekes Klavierspielerin, zur stilprägenden Duschszene aus Hitchcocks Psycho und Schriftgut von Meisterregisseur John Huston und Marylin Monroe – demonstrieren die Visualisierung von Träumen, Obsessionen und Sehnsüchten auf der Leinwand.

Träume, Triebe und TäterInnen im Kino: Begleitende Filmschau im Kino im Kesselhaus
Die Österreichische Filmgalerie ermöglicht die direkte Verbindung von Ausstellung und dem Ort, wo tatsächlich Filmgeschichte geschrieben wird, dem Kino. Eine umfassende Filmschau mit Werken von Alfred Hitchcock, Woody Allen bis David Lynch begleitet KINO IM KOPF und lädt ein zu einer Reise ins Reich der Träume und des Unbewussten.

Die Vielfalt der menschlichen Seelenkonflikte erweist sich als unerschöpfliches Reservoir für das Kino, ob mit komischen oder tragischen Vorzeichen. Auf dem Programm im Kino im Kesselhaus stehen zahlreiche Meisterwerke des amerikanischen und europäischen Kinos, u.a.: Alfred Hitchcocks Psycho, Woody Allens Der Stadtneurotiker, David Lynchs Lost Highway, Dennis Hoppers Easy Rider, Spike Jonzes Being John Malkovich, Ben Youngers Couchgeflüster und Michael Hanekes Die Klavierspielerin.

KINO IM KOPF. Psycho [Film] Analyse
Die vielfältige Wechselbeziehung zwischen Film und Psychologie erfährt auch auf wissenschaftlicher Basis eine Auseinandersetzung. In Zusammenarbeit mit »Synema - Gesellschaft für Film und Medien« findet in der Österreichischen Filmgalerie von 19. bis 21. September 2008 ein Symposion statt, das dieses Verhältnis in Form von Referaten, Podiumsdiskussionen und Workshops beleuchtet. Eingeladen sind ExpertInnen aus den Bereichen Filmwissenschaft, Psychologie und Kriminologie.
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Termin

27.4. — 26.10.08
© 2008, Schnitt Online
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