subversion d'image

Subversion des Bildes
Was ist ein Bild, das zum einen unterminiert wird von Zeichen, Assoziationen und Geschichte, es zum anderen aber selbst diese Verzeitlichungen und Nachträglichkeiten immer wieder aufs neue subvertiert? Genitiv oder Imperativ?

Zum Projekt
Entgegen üblicher Ausstellungspraxis für Video- oder/und Filmkunst stehen mit »subversion d'image« eine Reihe von filmischen Produktionsabläufen und Montageprozessen zur Disposition, die beim Betrachten der Filme nicht bewusst bzw. unsichtbar sind. Stoffentwicklung, Casting, Disposition, Filmaufnahme bis hin zum Gang-über-den-roten-Teppich werden als präkognitive Vorgänge und
Prozesse der Filmproduktion begriffen, die während des Ausstellungsbetriebs vor Ort manifest werden.

Auf 35mm gedreht und für die Finissage auf 16mm umkopiert, kündigt sich die mediale Emanation schon im Filmtitel la naissance de l'objet - nach einer
photogaphischen Vorlage des belgischen Surrealisten und Philosophen Paul Nougé - an. Während das Casting die Vernissage ersetzt, wird für die Dauer des darauf folgenden Monats ein Produktionsbüro und Studio in den Galerieräumen eingerichtet, in denen der Film hergestellt und zur Finissage schliesslich - in einem zum Vorführraum speziell umgebauten Raum der Galerie - projiziert wird.
Das Studio ist während des gesamten Produktionsprozesses öffentlich zugänglich. Die während der Produktions- und Drehphase in der Regel abwesenden Besucher werden ebenso eingebunden wie die dem Publikum verborgenen Vorgänge einer Filmproduktion. Die Galeristen werden in den
Herstellungsprozess als Produzenten inkorporiert.

Externe Termine, z.B. im Kopierwerk, werden per Flugblatt bekannt gegeben und unter möglichem Beisein von Publikum wahrgenommen. Abends finden thematisch ausgewählte, moderierte Filmscreenings statt. Besprechungen,Ankündigungen und Polemiken werden auf Flugblättern bekanntgegeben. Zur Finissage erfolgt die Vorführung des Ergebnisses, der Ergebnisse; auf Film in einem der zum Vorführraum speziell umgebauten Raum
der Galerie, als Magazin, als Flugblattsammlung, als Performance. Die Veranstaltung findet vom 5. Mai bis 7. Juni 2008 statt. Zur Ausstellung wird ein c.a. 100 seitiges Magazin, gefördert von der Kulturbehörde Hamburg, erscheinen. Der Vertrieb erfolgt über einen Verlag. Paul Nougés fotographische Vorlage »la naissance de l'objet« verweist zum einen auf die Frage, inwieweit Kunst von »etwas«, von einem materiellen Objekt, einer imateriellen Idee, einem »verhandelbaren Gegenstand« abhängt oder ob sie sich nicht gegenüber diesen Präsentationsversuchen, also der Abhängigkeit zur Gegenwart - was zB eine Ausstellung schlechthin macht - sperrt. Zum anderen formuliert sich darin das Erstaunen über die Subversion - nämlich der Weigerung - die sich im fehlenden Ausstellungsgegenstand bereits vollzogen hat und vollzieht. Der Molekularbiologe und Kommunist Paul Nougé veröffentlichte gemeinsam mit Rene Magritte und weiteren belgischen Surrealisten ab November 1924 eine Zeitschrift, die in Form von Flugblättern erschien und den Titel Correspondance trug. In diesen Flugblättern wurden renommierte Autoren, neben Gide und Proust ganz besonders André Breton, verspottet und provokative Zusammenhänge hergestellt, die oft für handfesten Streit sorgten.
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Termin

31.5. — 5.7.08
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