15 Jahre Werkleitz – Jubiläumsausstellung
15 Jahre Werkleitz - Jubiläumsausstellung
1993 gründeten Kulturschaffende der alten und neuen Bundesländer in dem kleinen Saaledorf Werkleitz in Sachsen-Anhalt die Werkleitzgesellschaft - ein Verein zur Unterstützung und Realisierung von Film, Kunst und Medienprojekten.
»Werkleitz - Zentrum für Medienkunst« hat sich in den letzten 15 Jahren etabliert und gehört laut einer von der EU in Auftrag gegebenen Studie unter die »50 besten Praxismodelle für digitale Kultur in Europa«. Für seine Arbeit wurde der Verein bereits mehrfach ausgezeichnet – Unter anderem mit dem Preis des Internationalen Kunstkritikerverbandes, dem Golden At Award in der Kategorie Kunst/Europa und mit mehr als 2 Dutzend Preisen auf internationalen Festivals für seine unterstützten Filmproduktionen.
Auch das umfangreiche Workshop- und Seminarangebot mit hochkarätigen Dozenten wie Hans Beller, der Koryphäe für Filmmontage in Deutschland, wird von Kunst- und Medienfachleuten aus ganz Deutschland enthusiastisch wahrgenommen.
Mittlerweile ist die Gesellschaft vom namensgebenden Ort Werkleitz in die Kulturstadt Sachsen-Anhalts nach Halle (Saale) umgezogen. Hier öffnen sich dem Verein zur Unterstützung von Medienkunst zahlreiche neue Betätigungsfelder, neue Präsentationsangebote wie Visiting Artists, eine monatliche Künstlerpräsentation sowie »Videorama« – ein Schaufenster für Medienkunst in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein.
Sommerfest mit Ausstellungseröffnung zum Jubiläum am Sonnabend, 14. Juni 2008 ab 15.00 Uhr im Schleifweg 6 in Halle (Saale)
Werkleitz feiert sein 15-jähriges Bestehen mit einer Ausstellung. Sie zeigt Medienkunstinstallationen der vergangenen 2 Jahre und eine Auswahl der Film/Videoproduktionen der letzten 15 Jahre. Die ausgestellten künstlerischen Arbeiten aus den Bereichen Film und Video, sowie Installation und Netzkunst repräsentieren einen Ausschnitt aus den Thematiken, die für Werkleitz seit 15 Jahren wichtig sind: die Verbindung von kulturpolitisch, sozialen Diskursen mit einer experimentell-künstlerischen Arbeitsweise in den verschiedenen Sparten der sogenannten »Medienkunst«.
Projekte
Die Ex-Werkleitz EMARE (European Media Artist in Residence Exchange) Stipendiaten Mathias Jud und Christoph Wachter, die Schöpfer des revolutionäres Internet-Antizensurprojekts »picidae« (das Ende letzten Jahres Löcher in die chinesische Firewall gerissen hat), stellen in einem Wang-Ba - einem nachgeahmten chinesischen Internetcafé - einen reelen und virtuellen Ort der Neubetrachtung der modernen Kommunikationsmedien aus.
Tabea Sternberg und Heike Gallmeier (Projektförderung) zeigen in der
Videoinstallation »Private Battles« ein Re-enactment, die Nachstellung einer SS-Schlacht in England durch mehr oder weniger obskure Militärliebhaber.
Martin Conrath und Marion Kreißler (Projektförderung) untersuchen in ihrer Doppelvideoinstallation »Boten« typologisch und vergleichend Motive des ehemaligen Militärgeländes und olympischen Dorfs Döberitz bei Berlin und zeigen durch eine vierteilige Videoschlaufe Kontinuitäten und Diskontinuitäten deutscher Geschichte auf.
Filmvorführungen
Auf drei separaten Monitoren können drei ausgewählte Langfilme der letzten Jahre gesichtet werden und ein Minikino mit rund 40selektierbaren Filmen bietet eine weitere Auswahl aus den knapp 400 von Werkleitz untersützten Projekten der letzten 15 Jahre.
Die Langfilme sind:
The Halfmoon Files (Philip Scheffner, 2007): Eine filmische Spurensuche ausgelöst durch Tonaufnahmen indischer Kriegsgefangener in Wünsdorf bei Berlin aus dem 1. Weltkrieg. Ein mehrfach international ausgezeichneter Film (u.a. mit dem Preis des Goethe-Institutes); Zärtlichkeiten (Curtis Burz, 2007): Eine verwobene Montage rund um Tabuthemen wie Inzest und die daraus resultierenden Schicksale von Menschen in Polen. Das Block (Stefan Kolbe/Chris Wright, 2005): Die Beobachtung von vier in einem Mietshaus in Sachsen-Anhalt wohnenden unterschiedlichen Generationen, die allesamt nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.
Die Ausstellung wird am kommenden Sonnabend, 14. Juni um 15 Uhr im Schleifweg 6 in Halle (Saale) zum Auftakt des Sommerfestes von Werkleitz eröffnet und ist bis zum 21.6. zu sehen. Neben dem Festprogramm wird es am Sonnabend gegen 22.00 Uhr bei gutem Wetter ein Open-Air-Screenung geben, bei dem folgende Kurzfilme präsentiert werden: Gift, ein experimenteller Kurzfilm des Engländers Mike Stubbs für BBC, der die Industrielandschaften Sachsen-Anhalts zeigt. October 97 des britischen Künstlerduos John Wood und Paul Harrison, die in minimalistischen Performances u.a. die Schwerkraft austesten. No Sunshine von Björn Melhus, der Videokunstklassiker eines der erfolgreichsten deutschen Videokünstler, sowie Bitch Academy, ein neuer Dokumentarfilm der Petersburgerin Alina Rudnitzkaya, der dieses Jahr u.a. den Hauptpreis bei den Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen gewann.
Außerdem stellt der Verein seine Jubiläums-DVD vor. Die neben einigen der oben beschrieben Kurzfilme, die erfolgreichsten Werkleitz-Kurzfilmproduktionen der vergangenen 15 Jahre enthält.
Übrigens: Auch Fußballfans werden medial betreut.
Die Nacht gehört dann den Partyfreaks und DJ Goldt (Label Freude am Tanzen, Club Casablance Jena).
Grund genug sich also auf den Weg nach Halle zu begeben. Bei schlechtem Wetter finden die Veranstaltungen innen statt. Der Eintritt ist frei.
Termin
14.6.08